Mittwoch, 9. März 2016

Katja Ebstein


Ich weiß, dass sie in diesen Tagen Geburtstag hat. Kann ich mir mir leicht merken, ich habe auch die Fische als Sternzeichen. Obgleich ich keinen Fisch mag. Habe ich wohl ➱hier schon gesagt. Katja Ebstein mag ich. Obgleich ich nur eine Platte von ihr habe. Aber mein Freund ➱Gert Börnsen hatte sie komplett, das habe ich immer bewundert. Als Katja Ebsteins Karriere begann, war sie vierundzwanzig. Sie konnte singen und sah gut aus, was will man mehr.

An ihrem Erfolg war die Zeitschrift Twen nicht unschuldig. Über die Zeitschrift habe ich ➱hier schon etwas gesagt, und die wunderbare (und wirklich wahre) kleine Geschichte, die sich in dem Post ➱Suhrkamp findet, habe ich vor Tagen auf meiner Geburtstagsparty erzählt. Mir fällt auch nichts Neues mehr ein. Katja Ebstein hat trotz dieses scheußlichen LP Covers Karriere gemacht. Wahrscheinlich habe ich deshalb damals diese Platte nicht gekauft.

Die Kunststudentin Katja Ebstein kam aus der Berliner Folk Szene, sie wurde richtig berühmt, als sie mit Wunder gibt es immer wieder am Grand Prix Eurovision de la Chanson (heißt heute ESC) teilnahm. Sie ist mit einem zweiten und zwei dritten Plätzen eine der erfolgreichsten deutschen Teilnehmerinnen gewesen. Das ist lange her, der Grand Prix Eurovision de la Chanson hat sich zu einer Show gewandelt, bei der es am Ende L' Allemagne - zero points! heißt. Es ist eine Veranstaltung, über die man besser den Mantel des Schweigens deckt. Früher war das anders, da konnte man manchmal noch Leute auf der Bühne sehen, die richtig singen konnten.

Ich war wenige Tage im Netz, als ich in dem Post ➱I skovens dybe stille ro zum ersten Mal eine Sängerin präsentierte, es sollten noch viele folgen. Wenn man sich in der Küche mit der Gitarre vor eine Kamera setzt, um das bei YouTube einzustellen, dann kann das manchmal ganz schön peinlich sein. Aber wenn die Dänin MaggieKr I skovens dybe stille ro ➱singt, dann ist nichts peinlich. So sollten Lieder gesungen werden. Ich wünschte mir, dass es beim ESC mal solche Auftritte gäbe. Ist etwas anderes als Ralph Siegels Dschinghis Khan.

Immerhin ist eine hervorragende Sängerin wie Patricia Kaas ja auch mal bei dem Wettbewerb aufgetreten. Über die würde ich gerne auch noch einmal schreiben. Über die australische Sängerin ➱Kristen Cornwell, die jetzt in Belgien lebt, schreibe ich irgendwann auch noch einmal. Meine Bewunderung für singende Frauen habe ich schon in den Post ➱Ingeburg Thomsen hinein geschrieben. Ist ein Bestseller unter meinen Posts, weil sich viele noch an diese Sängerin erinnern, über die das Internet wenig weiß. Katja Ebstein, die seit einem halben Jahrhundert vor dem Mikrophon steht, hat eigentlich alles richtig gemacht. Erst Folk, aber auch Protestsongs (sie hat auch den Wahlkampf von Willy Brandt unterstützt, wahrscheinlich mochte Gert sie deshalb), dann Chansons und in den neunziger Jahren eine Hinwendung zur Literatur. Ihr politisches Engagement hat nie nachgelassen. Das verdient Respekt. Und natürlich sollen die herzlichen Glückwünsche zum Geburtstag nicht fehlen.

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