Dienstag, 24. Januar 2017

Mido Multifort Powerwind


Irgendein Leser klagt immer. Zu viel über ➱Schuhe, zu wenig über ➱Filme. Und so weiter. Über Uhren gab es lange Zeit nichts (➱Marinechronometer war das letzte), das wollen wir mal eben ändern. Also schreibe ich einmal über die Uhr, die in den letzten Tagen an meinem Handgelenk war. Eine Mido Multifort Powerwind aus den frühen fünfziger Jahren. Die Firma Mido, die der Schweizer Uhrmacher Georges Schaeren vor beinahe hundert Jahren gegründet hatte (wenig später wechselte sein Bruder Henri von der Omega zur Firma des Bruders), gibt es heute immer noch. Sie hat aber nichts mehr mit der alten Firma zu tun. Nach der Quarzkrise gibt es nur noch ganz wenige Uhrenfirmen in der Schweiz, die ein Familienunternehmen sind. Oder im Besitz der Gründerfamilie sind.

Als ich die Mido Multifort Powerwind kaufte, sagte ich zu dem Flohmarkthändler: Igitt, das Werk ist ja ganz schwarz. Es war nicht nur schwarz, es schimmerte auch noch leicht violett. Wenn man vergoldete Werke oder blitzblanke Werke aus Neusilber gewöhnt ist, dann ist dieses violette Schwarz richtig fies. Der Händler versicherte mir, dass die Uhr frisch vom Uhrmacher komme. Das erzählen einem auf dem ➱Flohmarkt alle Händler, aber da ich Herrn Brandt seit über zwanzig Jahren kenne, glaubte ich ihm. Er würde mich nicht betrügen.

Die schwarz-violette Farbe des Werks war eine Rhodinierung, eine Sonderausführung des Kalibers 917P, das Mido am Anfang der 1950er Jahre auf den Markt gebracht hatte. Es ist kein echtes Manufakturwerk, es wurde (wie viele andere Mido Werke) in Zusammenarbeit von Mido und der Firma AS (lesen Sie ➱hier mehr zu dieser Firma) entwickelt. Alle Automatikwerke von Mido sind durch diese Kooperation entstanden - bei Handaufzugwerken arbeitete Mido mit Peseux zusammen.

Wenn eine Uhrenfabrik ihre Werke von Firmen wie AS oder ETA (oder kleineren Herstellern) bezieht, dann lässt man sich den Namen auf die Platine oder den Rotor gravieren. Das ist ähnlich wie bei den Jacketts und Anzügen, die die ➱Herrenausstatter als Private Label verkaufen. Doch so etwas war Mido nicht genug, es musste schon etwas Besonderes sein, etwas, was die Konkurrenz nicht hatte. Wie ein schwarz rhodiniertes Automatikwerk. Oder ein Handaufzugswerk, das man mit Goldanker und goldenem Ankerrad bekommen konnte. So etwas gab es früher einmal bei Lange & Söhne, das ist schon etwas Besonderes. Dies Werk hier kommt übrigens von Peseux, es ist der Vorläufer von dem Uhrwerk, das heute in jeder ➱Nomos drin ist. Die Uhr ist ja neuerdings Kult. Wenn man schamlos ein Zifferblatt einer Lange Armbanduhr aus den 1930er Jahren kopiert und ein Peseux, das früher in jeder Dugena war, auf Manufakturwerk frisiert, dann braucht man nur noch eine gute Werbeabteilung.

Das Kaliber 917P gab es nicht nur in einer Sonderausführung mit schwarzer Rhodinierung, es gab es auch mit einer Incastar Feinregulierung. Die wird schon in dem Post ➱Rolex erwähnt, die hat mein Werk leider nicht. Aber da ich andere Uhren mit dieser Feinregulierung habe, vermisse ich sie hier nicht. Die Incastar Feinregulierung der Firma Portescap (die auch die Incabloc Stoßsicherung erfunden hatte) kam Ende der vierziger Jahre auf den Markt. Es ist eine geniale Konstruktion, bei der wir anstelle des Rückers und des Spiralklötzchens eine freischwingende Unruhspirale haben, die am Ende von zwei drehbaren Röllchen gehalten wird. Die Röllchen können Sie hier sehr gut sehen. Eine Vielzahl von Schweizer Firmen baute die Feinregulierung von Incastar in ihre Uhren ein, die sich aber à la longue als zu teuer erwies. Mido hatte diese Feinregulierung schon in dem Vorläufer des sogenannten Powerwind Werkes (das noch eine ➱Hammerautomatik war) verwendet. Denn die Multifort, die ein Automatikwerk besaß, wasserdicht, antimagnetisch und stoßgesichert war, gab es schon seit dem Jahre 1934. Ein solches Uhrwerk ist heute selbstverständlich, aber damals boten nur wenige Schweizer Firmen eine solche Uhr an.

Das 917P ist mit einer Incabloc Stoßsicherung und einer ➱Glucydur Unruhe ausgestattet. Es ist ein solides, robustes Werk, wenn Sie es einmal bei der Arbeit sehen wollen, dann klicken Sie ➱hier. Das Werk besitzt einen sehr effizienten Rotor, der das Werk beidseitig aufzieht. Dies ist die Rückseite des Werkes. Sie wird deshalb hier gezeigt, damit man die wirklich exzentrische Winkelhebelfeder bewundern kann (das ist das hellgraue Teil unter der goldfarbenen Mitte).

Das 917P ist nicht nur solide und robust, es ist auch ein sehr einfaches Werk. Es hat nichts von der konstruktiven Eleganz eines ➱EternaMatic Werks oder des ➱8541 der IWC. Man bewarb es 1954 mit der Aussage, dass die Automatikbaugruppe statt aus sechzehn Teilen nur aus sieben Teilen besteht. Aber diese sieben Teile arbeiten nach über sechzig Jahren noch hervorragend. Wenn Sie eine Rolex vom Anfang der fünfziger Jahre haben sollten, dann haben sie heute Probleme. Rolex repariert die nicht mehr und unterstützt den Sammler in keiner Weise (im Gegensatz zu Firmen wie ➱IWC und ➱Omega). Eine Mido Multifort Powerwind repariert Ihnen jeder Uhrmacher.

Es ist eine knuffige Uhr, für ihre Zeit mit einem 35 mm Gehäuse recht groß. Natürlich ist sie ganz aus Edelstahl und hat einen massiven Schraubboden. Dies Bild hier habe ich mir bei Dr Ranfft gemopst, ohne dessen ➱Verzeichnis aller Uhrwerke der Welt Uhrensammler verloren wären. Es gibt bei ihm auch ➱Auktionen mit vielen Uhren, die zu interessanteren Preisen als bei ebay angeboten werden. Meine Mido hat kein fieses graues Band, meine Mido hat ein schlichtes hellbraunes Lederband. Von Audemars Piguet, man gönnt sich ja sonst nichts. Ich habe das Band vor Jahrzehnten für fünf Mark auf dem Flohmarkt gekauft. Die AP Schließe war da nicht mehr dran, die hatte der Händler gerade für 150 Mark verkauft. Uhren zu sammeln, bringt einen in eine seltsame Welt.

Samstag, 21. Januar 2017

Doktor Pinel


Am 21. Januar 1793 hat man in Paris den König hingerichtet. Es war kein wirklicher Königsmord mehr. Louis XVI war zu einem einfachen Bürger Louis Capet geworden, nachdem der Nationalkonvent dekretiert hatte: Der Konvent erklärt Louis Capet, den letzten König der Franzosen, für schuldig der Verschwörung gegen die Freiheit der Nation und des Anschlags auf die allgemeine Sicherheit des Staates. II. Der Konvent beschließt, dass Louis Capet mit dem Tode bestraft werden soll. Der französische Arzt Philippe Pinel, Anhänger der Revolution, aber ein moderater Mann, schrieb in einem Brief: Zum meinem großen Leidwesen hat man mich gezwungen der Hinrichtung durch das Beil beizuwohnen. Die Hinrichtung ist schnell vorbei: Der Adjutant des Generals gab dem Henker den Befehl, seine Pflicht zu tun, und augenblicklich wurde Ludwig auf des verhängnisvolle Brett geschnallt, das man Guillotine nennt, und sein Haupt wurde abgeschlagen, ohne dass er eigentlich Zeit hatte zu leiden. Diesen Vorteil wenigstens verdankt man der Mordmaschine, die den Namen des Arztes trägt, der sie erfand.

Am Ende stehen die Andenkenjäger: Da sich bei der Hinrichtung wie immer Blut auf das Schafott ergossen hatte, stürzten mehrere Männer herbei, um einen Zipfel ihres Taschentuchs, ein Stück Papier oder irgend etwas anderes darin einzutauchen und so die Erinnerung an dieses denkwürdige Ereignis festzuhalten, denn anders möchte ich das nicht auslegen. Was soll man sonst dazu sagen? Ich weiß nicht, ob sie diesen Herrn hier kennen, er heißt Bertrand Barère de Vieuzac. Er war der Ankläger im Prozess gegen den König, sein Bild hängt erstaunlicherweise nicht im Louvre, es hängt in der ➱Kunsthalle Bremen. Sie können mehr über ihn in dem Post ➱Ankläger lesen.

Vielleicht ist der Arzt Philippe Pinel wichtiger als Louis XVI. Hier auf dem Bild von Tony Robert-Fleury befreit er die Geisteskranken im Bicêtre von ihren Fesseln. Damals glaubte man noch, dass Geisteskranke vom Teufel oder Dämonen besessen seien. Sie in Eisenfesseln zu legen, war eine Selbstverständlichkeit, sie wurden auch selten getrennt von gewöhnlichen Verbrechern untergebracht. Doktor Pinel räumt damit auf, dies ist die Geburtsstunde der modernen Psychiatrie.

Dafür wird ihm dieser Herr dankbar sein, dass man ihm eines Tages keine Ketten mehr anlegen wird. Denn nach Meinung von ➱Kapitän Schwandt ist Donald Trump geisteskrank. Nicht nur die Kultfigur Käpt'n Schwandt ist dieser Meinung, auch viele renommierte amerikanische Psychiater sind überzeugt, dass Trump behandlungsbedürftig ist. Konnten sich aber wegen der Goldwater Rule im Wahlkampf dazu nicht äußern. Wenn man den Mann mit der seltsamen Frisur und dem seltsamen Benehmen eines Tages in der weißen Jacke aus dem Weißen Haus abholt (können Sie sich noch an den Song ➱They're coming to take me away, ho-ho, hi-hi, ha-haa erinnern?), dann wird er dankbar sein, dass diese Jacke auch während der Revolution im Bicêtre erfunden wurde. Und dass er nicht mehr in eiserne Ketten gelegt wird.

Der Herr links im Bild ist natürlich ➱François Truffaut, der Herr rechts ist der französische Schauspieler Jean Dasté. In dem Film Der Wolfsjunge (L'enfant sauvage) spielt Truffaut den Arzt Jean Itard (einen Mann, den Maria Montessori bewunderte), Dasté spielt den Doktor Philippe Pinel. Und ich habe für Sie noch einen zweiten Film über den guten Doktor Philippe Pinel, der noch der Leibarzt von Napoleon wurde. Es ist ein amerikanischer Film aus dem Jahre 1945, der im Geburtsjahr von Donald Trump den Oscar in der Kategorie Kurzfilme gewann. Wenn Sie ihn sehen wollen, dann klicken sie hier ➱Stairway to Light an.

Die französische Revolution bringt also nicht nur Tod und Unheil hervor, sie bringt auch eine Erneuerung der psychiatrischen Behandlungsmethoden. Benjamin Franklin versuchte Pinel vergeblich zu überreden, Chefarzt des Pennsylvania Hospital in Philadelphia zu werden, aber der bleibt lieber in Frankreich und übernimmt 1794 das Hôpital Salpêtrière. Doch die Amerikaner werden beweisen, dass man neue Wege zur Behandlung von Geisteskranken auch ohne Guillotine und Schreckensherrschaft finden kann. Da gibt es den Quäker Benjamin Rush, einen der Gründerväter Amerikas, hier gemalt von Charles Willson Peale (der ➱hier einen Post hat). Es ist ein Gesicht voller Weisheit und Güte, weit entfernt von dem Gesicht voller Hass und Aggression, das Donald Trump gestern gezeigt hat.

Freitag, 20. Januar 2017

Inauguration


Inauguration ist ein Wort, das aus dem Lateinischen kommt; wo man den Vogelflug deutete, bevor man Auguren in ihr Amt einführte. Das tut man heute nicht mehr, aber die Inauguration gibt es heute immer noch. Zum Beispiel bei der Inauguraldisssertation. Oder bei der ➱Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten, bei der der neue Präsident eine Rede hält. Die wohl kürzeste Rede - ein Vorbild für alle Twitter Fans - hat George Washington bei seiner zweiten Amtseinführung gehalten:

Fellow Citizens: I am again called upon by the voice of my country to execute the functions of its Chief Magistrate. When the occasion proper for it shall arrive, I shall endeavor to express the high sense I entertain of this distinguished honor, and of the confidence which has been reposed in me by the people of united America.
       Previous to the execution of any official act of the President the Constitution requires an oath of office. This oath I am now about to take, and in your presence: That if it shall be found during my administration of the Government I have in any instance violated willingly or knowingly the injunctions thereof, I may (besides incurring constitutional punishment) be subject to the upbraidings of all who are now witnesses of the present solemn ceremony. 


George Washington ist kein Intellektueller wie ➱Thomas Jefferson gewesen. John Adams hat über ihn gesagt: That Washington is not a scholar is certain. That he is too illiterate, unlearned, unread for his station is equally beyond dispute. Wir lassen das mal so stehen, ➱Washington ist nicht ➱Adams und nicht Jefferson. Aber so doof wie Trump, der schon zu Recht seinen Goldenen Vollpfosten gewonnen hat (hören Sie doch mal eben bei Carolin Kebekus hinein), ist der erste Präsident nie gewesen. Washington hat das Amt des Präsidenten nicht gewollt, Trump wollte es unbedingt. Doch Trump kann reden und twittern wie er will, niemand wird ihm je glauben. Alles was er kann, ist herumpöbeln und Gegner beleidigen und angreifen. Das hat er von Roy Cohn gelernt, dem Henkersknecht von Senator McCarthy, der einmal sein Rechtsanwalt und Berater war.

Ein moralisches System, wie es ➱Benjamin Franklin in seinen Schriften für seine Landsleute konzipierte, gilt in diesen postfaktischen Zeiten (wer hat dieses bescheuerte Wort nur erfunden?) für Amerika nicht mehr. Die Gründerväter Amerikas mögen ihre Fehler gehabt haben, aber sie waren ernsthafte Männer, die an ihre Ideale glaubten, für sie eintraten und für sie kämpften. Sie waren Männer der Aufklärung - zu diesem beinahe vergessenen Begriff zitieren wir doch eben einmal ➱Immanuel Kant: Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung. Das sind Sätze, die für Donald Trump nichts bedeuten werden, er würde sie auch nicht verstehen, wenn er sie bei Twitter in Kurzform lesen würde. Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer.

Einen Mann müssen wir allerdings von den Lobpreisungen der Gründerväter ausnehmen, obgleich er es trotz aller Skandale dreimal zum Oberkommandierenden des amerikanischen Heeres gebracht hat. Und das ist ein gewisser James Wilkinson (er kommt schon in den Posts ➱Saratoga und ➱Winfield Scott vor), über den Teddy Roosevelt gesagt hat: In all our history, there is no more despicable character. Dieser ➱Wilkinson könnte uns als Beispiel dafür dienen, dass auch ein Donald Trump in den Gründungstagen der amerikanischen Republik eine Chance gehabt hätte.

Donald Trump, der Shakespeare des Tweets, möchte eine sehr kurze Rede halten, die ein wenig etwas von Ronald Reagan und von John Kennedy haben soll. Ein glow from that fire can truly light the world wird die Rede wohl nicht sein. Aber lang soll sie auf keinen Fall sein, man wolle die Leute nicht frieren lassen. Und man wolle auf keinen Fall dem Beispiel von William Henry Harrison folgen, der 1841 in einem Schneesturm eine Stunde und fünfundvierzig Minuten lang gesprochen hat. Und sich eine Lungenentzündung zuzog und einen Monat später starb. Das wollen wir Donald Trump nicht wünschen.

Im 19. Jahrhundert reden Politiker gern ➱lange. Der Gouverneur ➱Edward Everett, der als offizieller Festredner auf das Schlachtfeld von ➱Gettysburg eingeladen worden war (President Lincoln war nur als Gast dort), sprach über zwei Stunden. Für ihn hatte man neben dem Rednerpodium ein kleines Zelt aufgebaut, damit er eine Pinkelpause machen konnte. Lincoln sprach nur zwei Minuten, er brauchte nur ➱269 WörterI should be glad if I could flatter myself that I came as near to the central idea of the occasion, in two hours, as you did in two minutes, hat Everett dem Präsidenten später geschrieben.

Für seine Amtseinführung im Jahre 1961 hatte John F. Kennedy den greisen Dichter Robert Frost eingeladen, damit er das Ereignis mit einem Gedicht verzieren sollte:

Summoning artists to participate
In the august occasions of the state
Seems something artists ought to celebrate.
Today is for my cause a day of days.
And his be poetry's old-fashioned praise
Who was the first to think of such a thing.
This verse that in acknowledgement I bring
Goes back to the beginning of the end
Of what had been for centuries the trend;
A turning point in modern history. 

Doch das Gedicht blieb ungelesen. Frost hatte von der Kälte Tränen in den Augen, die Sonne blendete ihn. Richard Nixon versuchte vergeblich mit seinem Zylinder Schatten zu spenden, das können Sie ➱hier sehen. Damals trug man noch ➱Zylinder, auch Kennedy, der Hüte hasste, hat das getan (hat den Zylinder aber bei dem Amtseid und seiner ➱Rede nicht getragen). Robert Frost verzichtet auf Nixons Schatten, legte sein Manuskript zur Seite und rezitierte sein Gedicht The Gift Outright, das konnte er auswendig:

The land was ours before we were the land’s.
She was our land more than a hundred years
Before we were her people. She was ours
In Massachusetts, in Virginia,
But we were England’s, still colonials,
Possessing what we still were unpossessed by,
Possessed by what we now no more possessed.
Something we were withholding made us weak
Until we found out that it was ourselves
We were withholding from our land of living,
And forthwith found salvation in surrender.
Such as we were we gave ourselves outright
(The deed of gift was many deeds of war)
To the land vaguely realizing westward,
But still unstoried, artless, unenhanced,
Such as she was, such as she would become.


Seit Kennedy haben die amerikanischen Präsidenten, die der Demokratischen Partei angehörten, Poeten zur Inaugurationsfeier eingeladen. Bei Donald Trump wird es wohl kein Gedicht geben, das im Internet kursierende Gedicht von ➱Joseph Charles McKenzie wird auf keinen Fall vorgelesen werden. Man fand in Amerika keine Dichter von Rang, die Trump bedichten wollten. Und auch für das Konzert am Vorabend der Amtseinführung fanden sich nur B-Promis. Alec Baldwin hatte sich über Twitter angeboten: I wanna perform at Trump's inauguration. I wanna sing 'Highway to Hell'.

Die Feier der Amtseinführung ist ein großer Tag für die ➱Ghostwriter. Als Präsidenten ihre Reden noch selbst schrieben, konnte man Sätze hören wie: With malice toward none, with charity for all, with firmness in the right as God gives us to see the right, let us strive on to finish the work we are in, to bind up the nation's wounds, to care for him who shall have borne the battle and for his widow and his orphan, to do all which may achieve and cherish a just and lasting peace among ourselves and with all nations. Das ist natürlich Abraham Lincoln, und er ist unübertroffen. Die Freiheit mit einem Papierdrachen zu vergleichen (For democracy belongs to us all, and freedom is like a beautiful kite that can go higher and higher with the breeze) war dem Ghostwriter von George Bush eingefallen, das ist aber nicht so überzeugend wie Lincoln.

Die neuen Präsidenten können So help me God sagen, sie brauchen es aber nicht. Viele Präsidenten haben zu der Zeremonie ihre Familienbibel mitgebracht. Dwight D. Eisenhower hatte die Bibel von George Washington in der Hand, Barack Obama die von Abraham Lincoln. Sie brauchen aber keine Bibel in die Hand zu nehmen, irgendein Buch genügt. Es kursieren Gerüchte, dass Trump gerne seine Autobiographie The Art of the Deal bei der Vereidigung in der Hand halten möchte. Aber das sind wahrscheinlich auch wieder nur fake news. Darauf müssen wir uns jetzt einstellen, dass wir nur noch tweets und fake news bekommen. Doch die amerikanische Geschichte hat mit der Geschichtsfälschung begonnen.

Was ist mit der Unabhängigkeitserklärung von ➱Mecklenburg County? Und warum steht in allen Schulbüchern, dass die Declaration of Independence am ➱4. Juli 1776 von allen Delegierten unterschrieben wurde? Schon John Adams fürchtete sich davor, dass die Geschichtsschreibung der USA von Mythen beherrscht wird: I'll not be in the history books. Only Franklin. Franklin did this, and Franklin did that, and Franklin did some other damn thing. Franklin smote the ground, and out sprang General Washington, fully grown and on his horse. Then Franklin electrified him with that miraculous lightning-rod of his, and the three of them – Franklin, Washington, and the horse – conducted the entire War for Independence all by themselves.

Da kommt uns dieser Typ mit den seltsamen Haaren doch gerade Recht: The final key to the way I promote is bravado. I play to people's fantasies. People may not always think big themselves, but they can still get very excited by those who do. That's why a little hyperbole never hurts. People want to believe something is the biggest and the greatest and the most spectacular. I call it truthful hyperbole. It's an innocent form of exaggeration — and a very effective form of promotion.

Amerika gibt es nicht, sagte der alte Italiener, als er am Ende des 19. Jahrhundert nach Italien zurückkehrte. Ich weiß es, denn ich bin dagewesen. Er meinte nicht, dass es die Vereinigten Staaten von Amerika nicht gebe, er wollte sagen, dass die Idee von Amerika als einem Land der Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten tot sei. Aus dem American Dream ist längst der American Nightmare geworden, den letzten Funken des Feuers, das die Welt erleuchten kann, den wird Trump wohl mit seinen Füßen austreten.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Herman Melville, Donald Trump und ich


Ich hatte gedacht, wir könnten am Freitag zusammen feiern, der Donald und ich. Er, weil er Präsident wird - ich, weil mein Blog die Zahl von drei Millionen Leser erreicht hat. Aber nun bin ich früher dran mit meinem Jubiläum. Ich werde heute ein Paar ➱französische Schuhe (Aubercy) tragen und das Ereignis mit ➱Jazz in Paris, französischen Chansons von ➱Juliette Gréco und ➱Yves Montand und einem kleinen Glas Cognac würdig begehen. Ich habe da noch eine alte Flasche Cognac Hennessy Very Special in der Butzekammer, ich nehme an, das Zeuch kann man noch trinken. Sie mögen sich jetzt fragen: warum trinkt er keinen ➱Whisky, das tut er doch sonst immer, wenn er mal wieder eine Million erreicht hat? Die Antwort ist einfach, ich mache das extra für meine lieben französischen Leser, die plötzlich in solch großer Zahl da sind. Und die dafür gesorgt haben, dass ich diese sagenhafte Zahl von drei Millionen Lesern erreiche, bevor dieser Donald Trump Präsident wird.

Meine französischen Leser mögen gewiss auch Herman Melville, hat doch der Meister des französischen Gangsterfilms seinetwegen den Namen ➱Melville angenommen. Und hat doch Jean Giono Moby-Dick zusammen mit Lucien Jacques übersetzt. Und das Buch Pour saluer Melville geschrieben, wo er am Anfang sagt: La traduction de Moby-Dick, de Herman Melville, qui paraît d'autre part, commencée le 16 novembre 1936 a été achevée le 10 décembre 1939. Mais, bien avant d'entreprendre ce travail, pendant cinq ou six ans au moins, ce livre a été mon compagnon étranger. Je l'emportais régulièrement avec moi dans mes courses à travers les collines. Ainsi, au moment même où souvent j'abordais ces grandes solitudes ondulées comme la mer mais immobiles, il me suffisait de m'asseoir, le dos contre le tronc de pin, de sortir de ma poche ce livre qui déjà clapotait pour sentir se gonfler sous moi et autour la vie multiple des mers. Das ist es: das Buch dabei haben und sich dann im Gebirge an einen Baumstamm lehnen - und schon hat man das Meer im Geiste vor sich, mit der Lektüre von Melville geht das. Der Donald, mit dem ich eigentlich feiern wollte, kann leider kein Französisch. Genaugenommen kann er überhaupt keine Fremdsprache. Gutes Englisch wie Herman Melville auch nicht.

Am Ende des Kapitels ➱Loomings in Melvilles Moby-Dick stellt sich der Erzähler eine Schlagzeile des grand programme of Providence that was drawn up a long time ago vor. Darin ist von einer Grand Contested Election for the Presidency of the United States die Rede, das gilt nicht nur für das Jahr 1851, das gilt heute noch. Auch die Bloody battle in Affghanistan hat heute noch ihre Bedeutung. Nur das im Original ganz klein gesetzte Whaling voyage by one Ishmael hat heute keinen großen Nachrichtenwert mehr. Der Erzähler heißt ja auch gar nicht Ishmael, wir sollen ihn nur so nennen. ➱Call me Smitty wäre auch ein Anfang gewesen. Oder Call me Jay.

Drei Millionen mal ist die Adresse loomings-jay seit Ende Juli 2010 angeklickt worden (die ersten sechs Monate als Blogger hatte ich noch Googles Radarsystem unterwandert), so viele Leser hat ➱Moby-Dick während Melvilles Lebzeiten nicht gefunden. Und wahrscheinlich bis zur Melville Renaissance der 1920er Jahre auch nicht. In meinem ersten ➱Post am 3. Januar 2010 habe ich geschrieben: Wenn Herman Melville das alles gekannt hätte, dann wäre 'Moby-Dick' nicht in London gedruckt worden, sondern hier. Und seine Schwester, die das Manuskript abschrieb, hätte nicht immer über Hermans Handschrift fluchen müssen. Und Druckfehler, wie 'soiled fish' wären uns auch erspart geblieben. Es ist ein seltsames Medium, in dem man schnell zu einer Berühmtheit werden kann. Weil man einen Blog hat. Oder weil man twittert wie dieser Trump.

Wenn Sie sagen, dass die gloomy atmosphere dieser dunklen Bilder heute so gar nicht zu einem Jubelfest passt, haben Sie sicher Recht. Aber ich habe diese Bilder von dem Amerikaner Christopher Volpe (von denen eins schon in dem Post ➱Vierzig Jahre zu sehen war) ausgesucht, weil sie aus einem Zyklus von Bildern kommen, der ➱Loomings heißt. Dort findet man auch eine Preisliste, falls Sie eins der Bilder kaufen wollen. Viele der Bilder sind recht gelungen. Manches hätte er vielleicht besser gelassen. Manches erinnert an ➱Jack the Dripper, der ja auch etwas zu der ➱Bilderwelt von Moby-Dick beigesteuert hat..

Dies hier soll das Bild darstellen, das in der Spouter Inn hängt. Für den Erzähler, den wir Ishmael (und nicht Smitty oder Jay) nennen sollen, ist es ein Rätsel: But what most puzzled and confounded you was a long, limber, portentous, black mass of something hovering in the centre of the picture over three blue, dim, perpendicular lines floating in a nameless yeast. A boggy, soggy, squitchy picture truly, enough to drive a nervous man distracted. Yet was there a sort of indefinite, half-attained, unimaginable sublimity about it that fairly froze you to it, till you involuntarily took an oath with yourself to find out what that marvellous painting meant. 

Es gibt von dem Gemälde in der Spouter Inn auch eine Graphik von Armin Münch, die sehr schön ist. Aber leider gibt es davon keine Abbildung im Internet (im ➱Katalog von Schleswig ist sie auf Seite 67 zu finden), das Internet wird immer überschätzt. Vor allem für die Welt der Kunst und der Literatur. Aber immerhin gibt es hier einen ➱Power Moby-Dick mit Annotationen.

Diese erste Seite von Loomings hat auch Annotationen, aber es sind Annotationen einer anderen Art als wir sie in der Ausgabe von  Luther S. Mansfield und Howard P. Vincent oder in Harold Beavers Penguin Ausgabe finden. Wir könnten annehmen, dass dies das Exemplar von Moby-Dick von Donald Trump ist. Aber liest der Mann überhaupt ➱Bücher? Das Internet ist voll von bösartigen und komischen ➱Seiten über den nonreader Trump. Also dies ist nicht von Trump, ➱dies ist an example of a close reading and represents how one can annotate and ornament a text. Muss man wirklich in Bücher malen, um einen Text zu verstehen? Für den neuen Präsidenten kommt wahrscheinlich eher die Version von ➱Twitter oder ➱Emoji Dick in Frage.

Herman Melville brauchte keine Universität, er konnte von sich sagen: A whale ship was my Yale College and my Harvard. Trump war nie auf einem whale ship. In Yale und Harvard auch nicht. Die Frage der Bildung stand nicht im Mittelpunkt von Donald Trumps Wahlkampf. Natürlich hat er dazu ein ➱Programm. Das aber viele eher beunruhigt. Vor Jahren hat er Obama beleidigt: I heard [Obama] was a terrible student, terrible. How does a bad student go to Columbia and then to Harvard? I’m thinking about it, I’m certainly looking into it. Let him show his records. Das sind gefährliche Sätze, denn wenn man sich seine eigene ➱Universitätskarierre anschaut, dann bleibt von dem Akademiker Trump nicht viel übrig.

Aber er hat ja eine eigene Universität, über die er sagte: I'm deeply and actively involved in Trump University. Und er hat sich auch schon über Amerikas Universitäten beklagt: too many of those who do graduate are getting diplomas that have been devalued into “certificates of attendance” by a dumbed-down curriculum that asks little of teachers and less of students. Damit beschreibt er exakt seine Trump University. Die gibt es nun leider nicht mehr, der Staatsanwalt ermittelt noch. Aber es gibt für die Familie Trump noch Hoffnung: sein Sohn Barron geht zu der selben Prep School, die auch Herman Melville besucht hat.

The final key to the way I promote is bravado. I play to people's fantasies. People may not always think big themselves, but they can still get very excited by those who do. That's why a little hyperbole never hurts. People want to believe something is the biggest and the greatest and the most spectacular. I call it truthful hyperbole. It's an innocent form of exaggeration — and a very effective form of promotion. Das sind Sätze, die in Herman Melvilles Roman ➱The Confidence Man, einem Roman über einen Betrüger, stehen könnten. Da stehen sie aber nicht. Sie stehen in der Autobiographie von Donald Trump.

Sonntag, 15. Januar 2017

Fontane tanzt


Anthologien können uns belehren und bilden. Das Wort Anthologie kommt aus dem Griechischen, eine Anthologie ist eine Blütenlese. Da geht jemand bei und rupft aus der Flora der Literatur oder der Philosophie die schönsten Stellen heraus und präsentiert sie als Buch. So etwas kann monsterdick sein wie die Norton Anthology of American Literature. Ein Buch, von dem man sich früher immer wünschte, dass die Studenten die dreitausend Seiten gelesen hätten, wenn sie sich zum Examen meldeten. Mein Opa besaß aus seinem Studium ähnliche Anthologien zur deutschen Literatur. Heute würde ich über so etwas lächeln, aber mit sechs, sieben Jahren war das für mich eine tolle Sache. Ich habe schon in dem Post ➱Wilhelm Raabe gestanden, dass ich mit sechs Jahren Schwierigkeiten hatte, Raabes ➱Odfeld zu verstehen. Aber ich blieb beharrlich dran an der deutschen Literatur und kämpfte mich durch Opas Anthologien, auch wenn ich damals nicht wusste, weshalb Sonette geharnischt sein sollten.

Natürlich gibt es auch Anthologien, die nicht wie die Norton Anthology of American Literature versuchen, die ganze Literatur einer Nation vorzustellen. Die sich mit etwas Kleinerem zufriedengeben. Wie der Band Fontane zum Vergnügen des Reclam Verlags. Habe ich zu Weihnachten von einem Freund geschenkt bekommen, ich lese mit Vergnügen darin. Das erste Zitat, das ich beim Durchblättern fand, war: Der Deutsche, wenn er nicht besoffen ist, ist ein ungeselliges und furchtbar eingebildetes Biest. Das ist ein Satz, den man jederzeit für alles gebrauchen kann. Das kleine Buch Fontane zum Vergnügen ist von Christian Grawe herausgegeben, ein Autor, den ich schon empfohlen habe, als ich über die ➱Fontane Biographien schrieb.

Außer solch kleinen Sottisen wie die mit den eingebildeten Biestern, gibt es natürlich Schwergewichtigeres. Ich blieb beim Lesen an einem ganz erstaunlichen Zitat aus einem Brief an Wilhelm Hertz hängen: Ach, wie bevorzugt sind doch Lieutenants, sechs Fuß hohe Rittergutsbesitzer und alle die anderen aus der Familie Don Juan, und wie nehm' ich alles zurück, was ich, als ich selbst noch tanzte, zugunsten lyrischer Dichtung und zuungunsten hübscher, lachender und gewaschener Herzenssieger gesagt habe. Der Bücher- und Literaturwurm, und wenn er noch so gut und noch so gescheit ist, ist doch immer nur eine Freude für sich selbst, für sich und eine Handvoll Menschen. Die Welt geht drüber weg und lacht dem Leben und der Schönheit zu.

Als ich selbst noch tanzte, Fontane hat also einmal getanzt. Nicht nur als vierzehnjähriger Junge, angetan mit seinem blauen Bastard von Frack und Jacke. Jetzt im Alter schaut er nur noch zu. Das Zitat findet sich im Internet nur an zwei Stellen. Zum einen in den Essays von Thomas Mann (in ➱Der alte Fontane) und in einem Aufsatz von Walter Salmen (den man ➱hier in Teilen lesen kann). Den Verfasser kannte ich, er war einmal Professor für Musik in Kiel. Mit bewundernswertem Fleiß hat er sich durch den ganzen Fontane gewühlt, immer auf der Suche nach dem nunc pede libero pulsanda tellus. Die Romane und Briefe sind voll von Tänzen: Polonaise, Czardas, Anglaise, Cotillion. Das Bild vom Opernball von Franz Skarbina musste hier sein, weil Fontane den Maler in einen Roman hinein geschrieben hat (lesen Sie ➱hier mehr). Besonders schneidig sehen die Offiziere hier allerdings nicht aus.

In dem Gedicht ➱Ein Ball in Paris findet sich die Zeile Ich tanze nicht, aber das hat nichts mit Fontanes Haltung zum Tanz zu tun. Das ist eine politische Aussage in einem politischen Gedicht, einer Revolutionsballade, die Fontane in der Mitte des Jahrhunderts für sein bestes Stück hielt. Das ist der junge Fontane, der symbolisch gesprochen, gerade von den Barrikaden der Revolution geklettert ist. Aber er wird in der Welt der Bälle ein Außenseiter bleiben, ihm fehlen die finanziellen Mittel. So schreibt er an seine Tochter Martha: Mir war immer zu Muth, als wäre ich ein untrer Angestellter des Hauses, der um 12 in das Vorzimmer bis an die Saalthür treten darf, um dem Ball oder den Polterabendaufführungen zuzusehn und der, inmitten seiner Freude, das Gefühl nicht los wird, nicht mit dazu zu gehören. Die meisten Menschen werden dabei von Neid verzehrt und suchen sich dadurch zu retten, daß sie die vorhandene Überlegenheit bestreiten; das habe ich nie getan. Hätte ich die Kraft und die Mittel dazu gehabt, so hätte ich dem formell nahezu Vollendeten nachgeeifert; da ich das nicht konnte, habe ich mich, wie L. P. sehr richtig schreibt, einfach darüber gefreut, daß es existiert.

Er ist nicht mit einem silbernen Löffel im Mund geboren, er weiß, dass die Klippschule in Swinemünde sein Anfang war. Er hat in England einigen gesellschaftlichen Schliff bekommen, aber er wird der feinen Gesellschaft, zu der er nicht gehört, immer ironisch gegenüberstehen. Seine Romane sind voll davon, und die Anthologie Fontane zum Vergnügen bietet da auch einiges. Manchmal bewundert Fontane die Engländer, aber dann kommt doch wieder die Kritik. Wie im StechlinAber lassen wir den Kardinal und seine Gewagtheiten und nehmen wir den Gegenstand seiner Abneigung: England. Es hat für mich eine Zeit gegeben, wo ich bedingungslos dafür schwärmte. Nicht zu verwundern. Hieß es doch damals in dem ganzen Kreise, drin ich lebte: ›Ja, wenn wir England nicht mehr lieben sollen, was sollen wir dann überhaupt noch lieben?‹ Diese halbe Vergötterung hab' ich noch ehrlich mit durchgemacht. Aber das ist nun eine hübsche Weile her. Sie sind drüben schrecklich runtergekommen, weil der Kult vor dem Goldenen Kalbe beständig wächst; lauter Jobber und die vornehme Welt obenan. Und dabei so heuchlerisch; sie sagen ›Christus‹ und meinen Kattun.«

Und für die ➱Brexit Debatte hätte ich da noch das schöne Gedicht Arm und Reich, wo wir lesen können:

Einen Groß-Admiral würd' ich morgen ernennen, 
Der müßte die englische Flotte verbrennen, 
Auf daß, Gott segne seine Hände, 
Das Kattun-Christentum aus der Welt verschwände.

Fontane hat im Alter eine Vielzahl von Bällen besucht, seine Frau und seine Kinder waren geradezu tanzwütig. Da muss er schon den ➱Frack anziehen. Oder vielleicht eher den Schniepel, von dem der alte Dubslav sagt: damals waren alle Wörter viel besser als jetzt. Weißt du noch, wie ich mir in dem Jahre, wo ich Zivil wurde, den ersten Schniepel machen ließ? Schniepel ist auch solch ein Wort und doch wahrhaftig besser als Frack. Schniepel hat so was Fideles: Einsegnung, Hochzeit, Kindtaufe.

Fontane hatte Wert darauf gelegt, dass seine Kinder nicht nur das Klavierspiel, sondern auch die Regeln der bildenden Tanzkunst erlernten. Das Tanzen ist damals reglementiert und formalisiert, das ist kein dans op de deel und keine Disco. Fontane wird sicher noch das ein oder andere Mal das Tanzbein geschwungen haben, sich aber mehr auf das Zuschauen verlegt haben: Ich persönlich komme jetzt ohnehin in die Jahre, wo einen das in Gesellschaft-gehen ähnlich berührt wie das zu Tanze gehn; man freut sich, wenn einem die 'Arbeit' abgenommen wird. Da ähnelt er wohl dem Chinesen in seinem Gedicht:

Ein Chinese, (’s sind schon an 200 Jahr)
In Frankreich auf einem Hofball war.
Und die Einen frugen ihn: ob er das kenne?
Und die Andern frugen ihn: wie man es nenne?
„Wir nennen es tanzen“, sprach er mit Lachen,
„Aber wir lassen es Andere machen.“

Die tanzenden Lieutenants kommen übrigens schon in dem Roman Vor dem Sturm (der ➱hier einen Post hat) vor. Da heißt es im 53. Kapitel: Ihnen ist nicht zu helfen, Bummcke. Warum tanzen Sie noch? Wer sich in Gefahr begibt, kommt drin um. Aber ich kenne euch, ihr Herren von der Infanterie! Das ist die Eitelkeit aller dicken Kapitäns, durch einen raschen Walzer ihre Schlankheit beweisen oder gar wiederherstellen zu wollen. Nein, Bummcke, Sie tanzen entweder zu viel oder zu wenig. Zu viel für das Vergnügen, zu wenig für die Kur. Tanzen ist Lieutenantssache. Mit neununddreißig ist man ein Mann der Dejeuners, der kurzen und langen Sitzungen, und wenn es eine Kastaliasitzung wäre. Und der Prediger Jürgaß hat auch noch moralische Bedenken gegen den Tanz: Neben dem Tanzen ist das Tanzensehen das Schlimmste, schon um der Verführung willen, die notorisch in allem conspectus liegt.

Ja, das Tanzen ist Leutnantssache. So schreibt Fontane 1885 an seine tanzsüchtige Tochter Mete: Aus Hirschberg waren 7 Lieutenants gekommen, die natürlich alles aufkratzten und belebten. Sie tanzten brillant und ließen Mama und mich mehr als einmal sagen: „wenn doch die arme Mete je so gute Tänzer gehabt hätte." Als ich auf der Heeresoffiziersschule war, ließ es sich der die Schule kommandierende General nicht nehmen, die Tanzkünste der ihm untergebenen Fahnenjunker zu überprüfen. So eine ➱Affenschaukel wie auf dem Titelbild des Spiegel hatte ich auch, sie war beim Tanzen allerdings eher hinderlich. Selbstverständlich wurde der perfekte Handkuss geübt, und ebenso selbstverständlich wurde das Französische abgeprüft. Natürlich stand auch der DLRG Grundschein und das Sportabzeichen auf dem Programm, aber Französisch zu parlieren, perfekt Sektflaschen zu öffnen (auch das wurde geübt) und die Beherrschung der Gesellschaftstänze waren etwas, das auf das 18. Jahrhundert zurückwies.

Zurück in jene Zeit, als die Lieutenants noch das Ideal der Gesellschaft waren, aber wahrscheinlich schon keine sechs Fuß hohen Rittergutsbesitzer waren. Bei Fontane ist die Ironie ja nie fern. Ohne einen feinen Beisatz von Selbstironie ist jeder Mensch mehr oder weniger ungenießbar. Daher giebt es so viele Ungenießbare. Ich weiß nicht, ob Handkuss, Französisch und Gesellschaftstanz heute noch im Programm der Offiziersschulen sind, ich glaube eher nicht. Ich habe mich letztens beim Schneider mit einem pensionierten Admiral unterhalten, der sich seine Frackhosen ändern ließ. Ein reizender Herr, alter deutscher Adel. Er war sehr skeptisch bezüglich der Bewahrung der Höflichkeitsideale, gestand mir aber, dass er einmal ein kleines Benimmbuch für die Truppe verfasst hätte. Das Bild oben zeigt den berühmtesten Ball der Geschichte (there never was such a ball!), den Ball der Herzogin von Richmond am Vorabend von ➱Waterloo. Die Herren Leutnants werden sich jetzt schnell umziehen müssen.

Die Anthologie Fontane zum Vergnügen ist voll von kleinen und großen Weisheiten, man kann Christian Grawe nur dankbar für diese Blütenlese sein. Aber auch der Aufsatz von Walter Salmen war für mich eine Bereicherung, denn ich verdanke ihm ein erstaunliches Zitat, das sich im siebten Kapitel von ➱Schach von Wuthenow findet. Da ist auch vom Tanzen die Rede, genauer gesagt von Kinderbällen. Und da sagt eine Romanfigur: Denn wenn die Kinderbälle, nach Ansicht und Erfahrung Eurer Königlichen Hoheit, eigentlich am besten ohne Kinder bestehen, so die Freundschaften am besten ohne Freunde. Die Surrogate bedeuten überhaupt alles im Leben und sind recht eigentlich die letzte Weisheitsessenz. Freundschaften ohne Freunde? Dann hätte ➱Peter Bischoff mir ja nicht dies wunderbare Buch geschenkt.




Und in diesen Posts wird ein wenig getanzt: civility, Abtanzball, Regency, Tango, Tanzseuche, Tyrone, Beinkleider, My Darling Clementine, Tänzer, Tagelied, Elvira Madigan, Stately Homes, Italienische Herrenschuhe, wholecut, Hochzeitsvorbereitungen, Silvester 2012, Kohl und Pinkel

Donnerstag, 12. Januar 2017

Preußenprinzen


Es war einmal ein ehrsamer Schneidergeselle, namens Labakan, der bei einem geschickten Meister in Alessandria sein Handwerk lernte. Man konnte nicht sagen, daß Labakan ungeschickt mit der Nadel war, im Gegenteil, er konnte recht feine Arbeit machen. Auch tat man ihm unrecht, wenn man ihn geradezu faul schalt; aber ganz richtig war es doch nicht mit dem Gesellen, denn er konnte oft stundenweis in einem fort nähen, daß ihm die Nadel in der Hand glühend ward und der Faden rauchte, da gab es ihm dann ein Stück wie keinem anderen; ein andermal aber, und dies geschah leider öfters, saß er in tiefen Gedanken, sah mit starren Augen vor sich hin und hatte dabei in Gesicht und Wesen etwas so Eigenes, daß sein Meister und die übrigen Gesellen von diesem Zustand nie anders sprachen als: »Labakan hat wieder sein vornehmes Gesicht.« So fängt das  Märchen vom falschen Prinzen an, das sich in Wilhelm Hauffs ➱Märchen-Almanach auf das Jahr 1826 findet. Und von Prinzen, falschen oder echten, müssen wir mal eben reden.

Als Blogger kann man nicht immer schreiben, man muss zwischendurch auch mal zur Entspannung surfen. Mache ich bei ➱ebay, da findet man immer wieder Kuriositäten. Letztens war da eine vegane Lederjacke im Angebot, vegane ➱Lederjacken kannte ich bisher nicht. Des Rätsels Lösung war, dass die Jacke aus Kunstleder war. Was mir an dem Tag auch noch auffiel, war ein Jackett, das als P. von Preußen Dormeuil Amadeus 365 Sakko Jacket angepriesen wurde. Den Stoff Dormeuil Amadeus 365 gibt es, aber wer steckt hinter dem Firmennamen? Schön sieht das Ganze ja nicht aus. Bei ➱Kiton, ➱Brioni oder ➱Caruso würde sich der Stoff in der Brustpartie nicht so spannen.

Auf dem Etikett im Futter kann man lesen Exclusively Tailored by P. von Preußen. Nähen die Preußenprinzen jetzt Sakkos? Die Preußens machen ja alles Mögliche. Eine Prinzessin, die ich kannte, landete bei der Bremer Lokalredaktion der Bild Zeitung, ein beruflicher Höhepunkt. Den Prinzen mit der ➱Juraklausur in Berlin möchte ich lieber nicht erwähnen. Doch was die Prinzen auch anstellen, eine ordentliche Schneiderlehre hat keiner von ihnen gemacht. Zwar sind Schneider geadelt worden wie ➱Hardy Amies, und es gibt Schneider mit (falschen) Adelsnamen wie ➱Georges de Paris, aber königliche Schneider gibt es nicht.

Doch die Schneider waren bei Königen und Prinzen immer angesehen, was wäre die Savile Row ohne den ➱Duke of Windsor gewesen? Der jetzige Prince of Wales hat, wie wir hier sehen, einmal seine Schneider besucht. Und mit ihm kommen wir auch dem Hersteller des P. von Preußen Jacketts auf die Spur. Denn da können wir im Spiegel im Jahre 2005 lesen: Die einzige Konstante scheint K's Adelsmasche zu sein. Schon bei der "Lord's of Sweden Maßbekleidung Vertriebs GmbH", die er bis 1998 führte, sorgte der feudale Titel für Umsatz. Nach ein paar Jahren reichte er die Firma an seinen Onkel in Zürich weiter. In die Frankfurter Filiale des "Lord's of Sweden" zog dann "Prince of Wales" ein. Und vielleicht eröffnet er ja nach seiner U-Haft eine neue Firma: K. ließ sich beim Deutschen Patent- und Markenamt bereits den nächsten klangvollen Namen schützen: "Prinz von Preußen". 

Der hier erwähnte Herr K. heißt Ricky Kripalini. Er ist ein Krimineller, wie die Schneider, die dem Kaiser die neuen ➱Kleider schneidern. Er ist in diesem Blog schon in den Posts ➱Maßkonfektion und ➱preloved aufgetaucht. Dieser Ricky Kripalini hat offensichtlich das wahrgemacht, was der Spiegel damals vermutete: vielleicht eröffnet er ja nach seiner U-Haft eine neue Firma. Am Ende von Wilhelm Hauffs Märchen sagt sich der Schneider Labakan: Es ist doch besser, daß ich ein Schneider geblieben bin; denn um die Ehre und den Ruhm ist es eine gar gefährliche Sache. Diese Einsicht hat Ricky Kripalini nie gehabt. Ich weiß nicht, ob er noch - oder schon wieder - einsitzt. Aber die Firma Prinz von Preußen hat es offensichtlich einmal gegeben. Näht da die Nadel ... emsig fort, ohne von jemand geführt zu werden ... macht feine, zierliche Stiche, wie sie selbst Labakan in seinen kunstreichsten Augenblicken nicht gemacht hatte? Geht da das Stückchen Zwirn ... nie aus, die Nadel mochte so fleißig sein, als sie wollte? Nein, dieses hochadelige Jackett wurde von der deutschen Firma Eduard Dressler hergestellt, wie man dem Etikett unschwer entnehmen kann.

Von Ricky Kripalini, der sich für seine Marke Prinz von Preußen ein hübsches Wappen entworfen hat, hat man seit Jahren nichts mehr gehört. Die neueste Marke, die Preußen in ihrem Namen führt, heißt Fritzi aus Preußen. Die stellen Handtaschen für Damen her: Designs im Vintage-Look, lässige Lederoptik und trendige Farben machen die Handtaschen von Fritzi, die den urbanen Lifestyle selbstbewusster und moderner Frauen transportieren, zu etwas ganz Besonderem. Und das Schönste ist: alles vegan. Sprich Kunstleder. Was die Marken Prinz von Preußen und Fritzi aus Preußen betrifft, können wir sagen, dass sie nicht the real thing sind. Die einzige Firma, die wirklich einen preußischen Prinzen beschäftigt, heißt Prinz von Preußen Grundbesitz AG. Die machen solche Geschäfte, wie sie Donald Trump gemacht hat, aber ist so etwas viel seriöser als Ricky Kripalini und seine Firma Prinz von Preußen?

Montag, 9. Januar 2017

Gotthardt Kuehl


Und irgendwann schreibe ich mal über Gotthardt Kuehl, habe ich vor vier Jahren in dem Post ➱Stadtansichten geschrieben. Und dabei dieses schöne Bild von der Augustusbrücke zu Dresden im Schnee abgebildet, vielleicht sein bekanntestes Bild. Er hat es fünfzig Mal gemalt, in Bremen hat man auch eine Version. Gotthardt Kuehl kommt aus Lübeck wie ein anderer Maler Jahrhunderte vor ihm. Der aber nicht nach Dresden ging wie Kuehl, der ging nach England. Verwandelte sich aus Gottfried Kniller in ➱Godfrey Kneller, wurde Hofmaler und wurde geadelt.

Das schaffte Kuehl, der am 9. Januar 1815 in Dresden starb, nicht ganz, aber er wurde von Friedrich August III, dem letzten König von Sachsen, zum Geheimen Hofrat ernannt. Gotthard Kuehl war ein Gründungsmitglied der Dresdener Sezession, die eine Abkehr von der Historienmalerei und eine Hinwendung zur Freiluftmalerei bedeutete. Zu den Mitgliedern des Vereins bildender Künstler Dresden gehörte auch der Bildhauer Robert Diez, der mit ➱Meerjungfrauen + Waldnixen hier schon einen Post hat.

Gotthardt Kuehl hat schöne impressionistische Stadtansichten (und ➱Innenansichten von Kirchen) gemalt, deshalb wird er auch in dem Post Stadtansichten genannt, der eigentlich über Eduard Gaertner geht. In dem viel zu kurzen Wikipedia Artikel (die Stadtwiki Dresden hat einen längeren Artikel) findet sich der Satz Kuehl malte vor allem feine Interieurs, durchaus auch mit sozialem Bezug. Dies hier wäre ein Beispiel. Es hängt heute in Greifswald, in Dortmund hat man eine Variante von diesem Bild. Dort steht über der Tür ➱Leihanstalt, das Schild fehlt in dieser Version von 1873, die Im Leihhaus heißt. Ältere Damen vor der Tür, die ihr letztes Hab und Gut zu Geld machen wollen, sicherlich ein Kommentar auf Bismarcks Sozialpolitik.

Dem Gemälde verwandt ist das Bild der nähenden Waisenhausmädchen in Lübeck, das Kuehl in seiner Pariser Zeit (1878-1889) gemalt hat. Die Bilder der Impressionisten hat Kuehl wohl zum ersten Mal 1873 bei der Weltaustellung in Wien gesehen. Dorthin hatte er Im Leihhaus als sein Debütbild geschickt. Auf die Motivik des Waisenhauses war Kuehl durch Max Liebermann gekommen. Kuehl hat über die Jahre an die zwanzig Bilder von Waisenhäusern gemalt. Die Kunsthalle Bremen besitzt eines dieser ➱Gemälde, bei dem Wikipedia Photo findet sich der Satz Näheres zum Bild aufgrund der armseligen Website der Kunsthalle leider nicht online zu finden. Man sollte das ganz fett setzen, es ist armselig. Als ich den Post ➱Kunsthalle Bremen geschrieben hatte, habe ich den dem Direktor mit einer netten Mail geschickt und ihn auf den selten funktionierenden Online Katalog aufmerksam gemacht. Er hat nie geantwortet.

Zu diesem Bild aus dem Jahre 1885, das unter dem Titel Amoureux au café 1995 bei Sothebys auftauchte, vermerkte der französische Wikipedia Artikel
localisation inconnue. Es scheint sich in einer Privatsammlung zu befinden. Im Internet bieten hunderte von Firmen es als Kunstdruck an, man kann es auch als Bettbezug bestellen, ist vielleicht passend für junge Liebende. Mit diesem Bild ist Kuehl sicher beim Impressionismus angekommen, der sich aber schon mit dem Licht in sein Leihhaus (im zweiten Absatz) hineingeschlichen hat. Es ist ein Licht, das manchmal an ➱Waldmüller (den man in dieser Zeit in Dresden neu entdeckte) erinnert. Das Bild vom Leihhaus ist übrigens ganz klein: 39 x 48,5 Zentimeter. Aber es hat eine große Wirkung. Als es noch in Kiel in der ➱Stiftung Pommern neben den beiden ➱Rayskis hing, spielte ich immer mit der Idee, es von der Wand zu nehmen und es nach Hause mitzunehmen.

Die Kunsthalle Kiel besitzt dieses wunderschöne Bild eines nähenden Mädchens. Als ➱Jens Christian Jensen 1987 die Ausstellung Die Idylle: Eine Bildform im Wandel. 1750 - 1930. Zwischen Hoffnung und Wirklichkeit machte, wanderte das Bild auf den Umschlag des Katalogs. Den kann man übrigens noch sehr preisgünstig finden. Ich bin damals jede Woche einmal in der Ausstellung gewesen. Idyllen kann man sich immer anschauen. Und sie sind ja selten geworden, man findet sie beinahe nur noch auf Bildern. Es ist eine Wirklichkeitsflucht, und die ist manchmal notwendig.

Doch bevor wir uns in Idyllen verlieren, habe ich zum Schluß noch etwas sehr Reales, was wir nicht unbedingt mit dem Dresdner Impressionisten Kuehl in Verbindung bringen würden: das erste deutsche Bild eines Fußballspielers. Der trägt Preußens Farben und könnte für den Fußballclub Britannia Berlin spielen. Das Bild ist vor wenigen Jahren in einer Sendung von Kunst und Krempel aufgetaucht, das ist sicherlich schon eine kleine Sensation. Wenn Sie noch mehr Bilder von Fußballern sehen wollen, dann klicken Sie den Post ➱Neo Rauch an.

Gotthardt Kuehl ist in diesem Blog immer wieder erwähnt worden, so zum Beispiel in den Posts Stadtansichten, Richard von Hagn, Albert Stagura, Frank Duveneck und Friedel Anderson. Ein Werkverzeichnis von Kuehl gibt es leider nicht, aber es gibt das 1993 bei Seemann in Leipzig erschienene Buch von Gerhard Gerkens Gotthardt Kuehl 1850–1915. Das begleitete die Kuehl Ausstellungen in Dresden und Lübeck. Wenn Sie noch mehr Bilder von Kuehl sehen wollen, dann gehen Sie zu der Seite akg images.